Thursday, August 12, 2010

RADIO: Georgien 2010 - Das Post-sowjetische Land im Umbruch. Elisabeth Nehring (wdr5.de)

Scala – Aktuelles aus der Kultur, 09. August 2010

Die Fahrt hinein ins nächtliche Tbilisi führt über hell erleuchtet Prachtstrassen. Repräsentative Gebäude, Museen und Theater sind bunt angestrahlt, ein künstliches Paradies, das die harten Zeiten der Stromausfälle und bitteren Not in Georgien vergessen machen will. Die Hauptstadt des kleinen Kaukasus-Landes schmückt ihr Zentrum mit Licht, aber nur einige Straßenzüge weiter wartet die Realität mit verfallenen Häusern und kaputten Wegen. Solche Kontraste finden sich auch im gesellschaftlichen und kulturellen Leben des Landes: traditionelle Geschlechterrollen neben berufstätigen Frauen in hohen Positionen, gut angezogene Menschen, die kein Geld haben, im Winter zu heizen, staatliche Museen, in denen es fast nichts zu besichtigen gibt, dafür aktive junge Kulturschaffende, die mit viel Eigeninitiative ein neues Kunstzentrum gründen.

Scala hat Tbilisi besucht und berichtet über die Licht- und Schattenseite des Lebens im Kaukasusland Georgien.

Autor/in: Elisabeth Nehring

Redaktion: Walburga Manemann

Das Manuskript zum Beitrag im pdf-Format

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Elisabeth Nehring:
Auf Tbilisis berühmtester Prachtstrasse, dem Rustaweli Prospekt, flanieren die Menschen zu jeder Jahreszeit, in milder Wintersonne ebenso wie im heißen Sommer, wenn die hohen, ausladenden Bäume Schatten spenden. Rechts und links ist die breite Straße gesäumt von Prachtbauten des 19. Jahrhunderts - Museen, Theatern, dem Opernhaus und Regierungsgebäuden. Teuer gekleidete Frauen steigen neben Straßenhändlern aus schweren Wagen. Die Menschen schauen einander direkt an, es herrscht eine offene Atmosphäre. Hier erinnert nichts mehr an die Schrecken der 90er Jahre, in denen es in Georgien weder Strom noch Sicherheit gab.
Der Rustaweli-Prospekt mündet auf einer Seite in den Freiheitsplatz, hinter dem die Altstadt beginnt. Nur ein kleiner Teil davon ist restauriert, mit Cafés und Bars herausgeputzt für die spärlichen Touristen und auch nur von ihnen zu bezahlen. Im Kern der historischen Altstadt dominieren enge Straßen mit tiefen Schlaglöchern und verfallene Villen, die sich verschachtelt den Berghang hochziehen. An einigen Stellen, vor allem im so genannten Betlehmi-Quartier erkennt man behutsame Maßnahmen zum Erhalt historischer Gebäude. Unter der Leitung von Nato Tsintsabadze vom Internationalen Rat für Denkmalpflege, ICOMOS, kümmern sich die Bewohner des Viertels selbst um den Schutz der alten Bausubstanz.

Nato Tsinsabatze
Die Leute aus der Nachbarschaft partizipieren nicht nur dadurch, dass sie an Entscheidungsprozessen beteiligt werden, welche Sanierungen z.B. in diesem oder nächsten Jahr zu tun sind, sondern sie bekommen hier während der Bauphase auch Arbeit als Handwerker oder Bauarbeiter. Für sie bedeutet jedes Projekt eine Möglichkeit, Jobs zu finden. Und langsam beginnen wir auch mit der Sanierung des öffentlichen Raums. Sehen Sie dort drüben diese Terrasse? Die ist entstanden aus der Idee eines Gartens; die Nachbarschaft wollte auf dieser wunderbaren Aussichtsterrasse mit Blick auf Tbilisi einen kleinen Garten angelegen. Und das haben sie getan und den erhalten sie jetzt auch.


Im Betlehmi-Quartier wird die charakteristische, traditionelle Bauweise Georgiens sichtbar: Terrassen, Treppen und Kirchen sind mit länglichen, braunen Backsteinen Schicht um Schicht aufgemauert, vor den abgeblätterten Fassaden der Häuser schweben geschlossene Holzveranden oder filigrane Balkone. Hier fällt es leicht, sich in die Vergangenheit der Stadt zurückzuversetzen.
Ein paar Straßen weiter befindet sich in einer alten Karawanserei das Stadtmuseum; es ist zwar offen, aber leer, gerade gibt es nichts zu besichtigen. Nicht viel anders geht dem Besucher im Staatlichen Georgischen Kunstmuseum am Freiheitsplatz: die berühmte Pirosmani-Sammlung ist geschlossen, überhaupt kann man nur zweieinhalb Räume mit wenigen Ausstellungsstücken betreten.
Ganz anders als in diesen vernachlässigten Staatlichen Institutionen geht es auf der anderen Seite des Matkvari-Flusses zu. Dort gründet der Künstler und Kulturmanager Wato Tsereteli gerade sein eigenes Kunstzentrum. Mit viel Eigeninitiative renoviert er dafür das Nebengebäude eines alten Heizkraftwerks, das ausreichend Platz bietet für mittelgroße Ausstellungen, Workshops und Seminare. Genau die richtige Größe für das erste unabhängige Kunstzentrum in Tbilisi, wo es zwar viele bildende Künstler, aber wenig Ausstellungsorte und Galerien für zeitgenössische Kunst gibt. Eigeninitiative und Selbstorganisation unter Künstlern sind noch immer nicht die Regel.

Wato Tsereteli
Es ist leichter, wenn man international Ausstellungen macht und als Künstler eine eigene Entwicklung durch macht, als wenn man jetzt hier etwas aufbaut. Ich bin mir sicher, dass wenn man eine kleine eigene Galerie macht, mit eigenen und anderen Arbeiten und einem klaren Profil, dass man hier auch Erfolg hat. Ich meine, wer sagt, dass Leute das nicht kaufen? Hier sagt man immer: ‚Hier gibt es keinen Markt, wir können hier nichts verkaufen und können nichts ausstellen’, usw. Macht das selbst! Es passiert nicht, weil es leichter ist mit den ganzen Stipendien, aber das ist eben nicht ‚Contribution’, nicht Teilnahme an einem Prozess, der das Land betrifft.

Wato Tsereteli, der seine georgischen Künstlerkollegen zu mehr Mitwirkung an lokalen Gestaltungsprozessen auffordert, hat viel Erfahrung in der westeuropäischen Kunstszene gesammelt; sein Engagement als Kulturmanager und Veranstalter gilt jedoch vor allem dem Aufbau von Strukturen im eigenen Land. Eine der wichtigsten Aufgaben der jungen Generation von Künstlern und Intellektuellen bezeichnet Wato Tsereteli als ‚Kontextualisierung’, die Einbettung der eigenen kulturellen Identität in Vergangenheit und Gegenwart sowie das Anknüpfen an verloren gegangene georgische Traditionen.

Wato Tsereteli
Ich glaube, was in den letzten 200 Jahren, seit wir mit Russland verbunden sind, sehr wichtig für uns war, ist die Fixierung auf den Westen. Russland hat uns auch gedient als Fenster nach Europa, zum Westen. Auch hier war Französisch sprechen und Salon usw., unter Schriftstellern und in der Kunst auch. Und was ich denke, ist, dass wir viel Connection mit dem Osten verloren haben und ich glaube, wir müssen diese Connection zurückfinden. Und dann wird von dieser Realität eine adäquatere Sprache von georgischer Kunst, Kultur, Politik, usw. geboren werden.

Das Verhältnis zu den Nachbarn, das Wato Tsereteli hier anspricht, ist ein wichtiges Thema in Georgien - zu großen Kulturen wie Iran, das als einstigstes Persien immer Einfluss auf das kleine Kaukasus-Land suchte, genauso wie zu den kaukasischen Völkern und Volksgruppen ringsum und natürlich zu Russland, dem riesigen Nachbarn, mit dem Georgien in einer Art Haß-Liebe verbunden scheint. Auf politischer Ebene wird Russland als Bedrohung empfunden, doch herrscht in Georgien keine tief gründende, traditionelle Russland-Feindschaft. Naira Gelashwili, die Leiterin des Kaukasischen Hauses, Zentrum für Literatur, Übersetzung und Friedenstätigkeit, betont im Gegenteil die gewachsenen kulturellen Beziehungen zwischen beiden Ländern.

Naira Gelashwili
Russland hat Georgien okkupiert, so feindlich. Aber wer versteht den georgischen Film und das georgische Theater am besten? Die Russen! Sie haben es immer hochgeschätzt und auch jetzt! Wenn kommt ein georgischer Künstler, der findet immer Beifall in Moskau! Das ist so, das ist unerklärlich. Ich will damit sagen, das ist ein riesiger Fehler, wenn man die ganze Erfahrung in Null-Erfahrung verwandelt, absurdnegative Erfahrung und die Politiker haben das gemacht mit Georgien und Russland, sie haben große gemeinsame kulturelle Tradition gehabt und dann ist es plötzlich verschwunden und das ist ein großes Problem.

Die politischen Spannungen zwischen Georgien und Russland würden, so beschreibt es Naira Gelashwili, von der Regierung instrumentalisiert. Dennoch gibt es immer wieder Versuche, die kulturellen Verbindungen zwischen beiden Ländern auch unter erschwerten Bedingungen aufrecht zu erhalten. Zusammenarbeiten russischer und georgischer Künstler oder gegenseitige Einladungen sind beeinträchtigt, aber nicht vollkommen ausgeschlossen. Das bestätigt auch Ekatarina Maschmischwili, Theaterdirektorin in Tbilisi und selbst eine scharfe Kritikerin der russischen Politik.

Ekatarina Maschmischwili
Wir haben im Theaterbereich sehr gute Freunde in Russland, die auch gegen den Krieg waren und ihren Vorstellung Ausdruck verliehen haben, d.h. gegen ihre Regierung opponierten. Das russische Theater ist ja sehr politisch! Dass diese russischen Theaterleute nach Tbilisi kommen können, daran würden wir gerne arbeiten, aber auch da gibt es Beschränkungen. Wir können zb keine Leute einladen, die Angst haben müssten, nach Georgien zu kommen, weil nach ihrer Rückkehr nach Russland u.U. dort große Probleme auf sie warten. Und natürlich können wir derzeit auch nicht mit russischen Theatermachern zusammenarbeiten, die ihre Regierung unterstützen. Dabei geht es nicht um eine bestimmte politische Haltung, sondern weil das aus unserer Sicht bedeutet, dass sie damit die Ermordung von Menschen unterstützen.

Ekatarina Maschmischwili leitet mit noch nicht einmal vierzig Jahren das zweitgrößte Theater Tbilisis, das Mardshanischwili. Sie ist Vertreterin einer jungen, gutausgebildeten Generation, die im kulturellen Leben inzwischen z.T. hohe Positionen erreicht hat. Darunter sind auch auffallend viele Frauen - angesichts des Rufes Georgiens als sehr traditionellem Land, scheint das überraschend, doch laut Ekatarina Maschmischwili waren Frauen stets in führenden Rollen vertreten - sowohl zu sowjetischer Zeit als auch in den schwierigen post-sowjetischen Jahren. In Sachen Emanzipation könne sich ihrer Meinung nach der Westen sogar noch etwas abschauen. Überhaupt sieht sie die gesellschaftliche, kulturelle und politische Entwicklung ihres Landes auf einem guten Weg. Damit ist sie nicht alleine, aber es gehört zu den Auffälligkeiten einer Reise nach Georgien im Jahr 2010, dass man zu den meisten Themen sehr unterschiedliche Meinungen und Einschätzungen hört. Im Gegensatz zu der jungen Theaterdirektorin bemerkt die Menschenrechtlerin Naira Gelashwili eine gewisse gesellschaftliche Müdigkeit und Stagnation.

Naira Gelashwili
Wir können eigentlich nur das Bewusstsein beeinflussen, damit überhaupt die Ausbildung hier nicht verschwindet jetzt ist das sehr gesunken, das Niveau! So ungebildet war Georgien nie! Sowjetisches Georgien war noch etwas, da haben wir große Wissenschaftler gehabt. Also, die Wissenschaften verschwunden, die Alten sind gestorben, die neue Generation ist nicht entstanden. Alle sind arm, wer wird jetzt Wissenschaft lernen, wenn sie sehen, dass diese Wissenschaftler von Hunger gestorben sind? Oder gereist sind. Also Wissenschaft verschwunden, Kultur sehr schwach. Armut ist keine gute Bedingung für die Entwicklung der Kultur.

Es ist keine auf den ersten Blick sichtbare Armut, die Naira Gelashwili meint. In der Hauptstadt gehen die Menschen gut angezogen, es gibt nur wenig Bettler und - wie fast überall in den postsowjetischen Ländern - sieht man mehr teure Geländewagen als zuhause. Nachts sind die Straßen des Zentrums hell erleuchtet, wichtige Gebäude im Geschmack des Präsidenten Michael Saakaschwili rot, blau, gelb, orange und grün angestrahlt. Der Mangel an Elektrizität, der noch vor einigen Jahren das Leben bestimmte, ist überwunden. Aber gibt es doch noch einmal einen Stromausfall, erweisen sich diese Repräsentationslichter als Potemkinsche Dörfer, die weiterleuchten, während der Rest der Stadt im Dunkeln liegt. Doch die größten Probleme liegen ganz woanders. Naira Gelashwili.

Naira Gelashwili
Jetzt ist riesige Angst vor Armut, riesige Arbeitslosigkeit. Offiziell sagt man das nicht, aber über siebzig Prozent Arbeitslosigkeit. Die Familien werden gerettet, weil über Millionen Georgier im Ausland sind, hauptsächlich in Russland. Von dort wird das Geld geschickt und sie ernähren eigene Angehörigen und Familien.
Es ist so, dass der Westen geholfen hat, damit Saakaschwili hier populär wird, da hat er Geld dafür bekommen, Licht und Wasser und Heizung gegeben, aber die Menschen haben kein Geld das zu bezahlen. Sogar für mich ist das ein Problem das zu bezahlen, so teuer ist das alles. Ich weiß, dass sehr viele Vertreter der Intelligenzia, diese Kulturtragenden, gebildete Menschen, meine Freunde, sie können jahrelang die Wohnungen nicht heizen. Und stellen Sie sich vor, sie wohnen so kalt wie in einem Sarg, in den kalten Wohnungen.

Bei allen gravierenden sozialen Problemen sowie den innen- und außenpolitischen Spannungen und Defiziten, ist es immer wieder die Kultur, die Anlass zu Hoffnungen auf eine positive Entwicklung gibt. Für ein kleines, kulturell reiches Land wie Georgien ist es besonders wichtig, sich nicht zu isolieren, sondern immer wieder gute Kontakte zu den Nachbarvölkern zu suchen. Dass es dafür zahlreiche Beispiele in der Vergangenheit gibt, zeigt die reiche georgische Volksdichtung, die vom Kaukasischen Haus in viele andere Sprachen übersetzt wird.

Naira Gelashwili
Es gab so viele Freundschaften, es ist erstaunlich, wenn man diese Geschichte liest und immer wieder sieht man in der Volksdichtung, wie hoch diese Völker einander schätzten. Sehr viele Ressourcen gibt’s in der Kultur, in dem gemeinsamen Leben, usw., worauf man wunderbare Friedenspolitik aufbauen könnte, eigentlich.

Monday, August 09, 2010

JOB: Experten/-in für Unterricht für den Einsatz in Georgien und Aserbaidschan. Der Dienstort ist Kutaissi. (goethe.de)

Das Goethe-Institut sucht im Rahmen seiner Bildungskooperation im Ausland zum 1. Oktober 2010 befristet bis zum 30. September 2013 mit der Option der Verlängerung eine/n Experten/-in für Unterricht für den Einsatz in Georgien und Aserbaidschan. Der Dienstort ist Kutaissi.

Die Initiative "Schulen: Partner der Zukunft" sieht den Aufbau und die Betreuung eines weltweiten Netzes an Partnerschulen im Ausland vor. Diese Schulen haben einen Schwerpunkt Deutsch als Fremdsprache bzw. beabsichtigen, Deutsch als Fremdsprache einzuführen. Die Expertinnen/Experten sind an das zuständige Goethe-Institut angebunden.

Als Experte/Expertin für Unterricht übernehmen Sie folgende Aufgaben:

* Konzeption, Planung und Fortführung von Fördermaßnahmen für die PASCH-Schulen in Georgien und Aserbaidschan im Rahmen des Konzepts Schulen: Partner der Zukunftoe und in Abstimmung mit dem zuständigen Goethe-Institut, der Projektleitung sowie den Bildungsministerien und den Schulbehörden der Gastländer

* Durchführung der Maßnahmen
- Kooperation mit den ZfA-Schulen innerhalb des Projekts, Vernetzung
- Förderung des Deutschunterrichts durch geeignete Maßnahmen
- Bereitstellung von Materialpaketen (Lehr- und Lernmaterial)
- Erstellung von Lehrmaterialien
- LehrerInnenfortbildung (Methodik/Didaktik, Landeskunde, Kultur, Literatur)
- Durchführung von Werbemaßnahmen für DaF an Schulen (Organisation von deutschen Tagen an Schulen, Gestaltung von Informationsveranstaltungen zur Fremdsprachenwahl), Teilnahme an Jugendcamps (falls erforderlich)
- Installation und Durchführung von Goethe-Prüfungen
- Vernetzung der an der Initiative beteiligten Schulen und Koordination der eigenen Maßnahmen
- Vermittlung von Schulkontakten und Organisation von SchülerInnenaustausch

* Beratung von Erziehungsbehörden und Schulen in allen Fragen des DaF-Unterrichts
* Verwaltung und Kontrolle der regionalen finanziellen Mittel für das Projekt
* Vertretung der Initiative Schulen: Partner der Zukunft im Nationalen Netzwerk Deutsch
* Planung und Durchführung von Maßnahmen der Deutschlehrerfortbildung (regional und überregional) für Deutschlehrer/innen der Sekundarstufen I und II. Inhalte: Landeskunde, Methodik/Didaktik, Kultur, Literatur
* Mitwirkung an Organisation und Durchführung von multimedialen Fortbildungsangeboten für Deutschlehrer/innen, auch als Kombiniertes Lernen/Blended learning.
* Mitwirkung in der Deutschlehrerausbildung, in Zusammenarbeit mit den Institutionen der Gastländer, sowie Planung und Durchführung von Fortbildungsmaßnahmen für Fortbilder/innen einschließlich der Erstellung von didaktischen Materialien, Ausbau des Multiplikatorennetzwerks.
* Beratung von Erziehungsbehörden und anderen für den Deutschunterricht relevanten Partnern und Institutionen in allen Fragen, die den fremd- und fachsprachlichen Deutschunterricht betreffen (Curricula, Unterrichtsorganisation, Methodik-Didaktik, Linguistik, Literatur und Landeskunde einschließlich sprachpolitischer Fragen). In diesem Zusammenhang bei Bedarf Beratung der Lehrkräfte und Erteilung von Modellunterricht.
* Durchführung von Werbemaßnahmen für den Deutschunterricht an Schulen
* Verwaltung und Organisation von Stipendienprogrammen

Sie bringen dafür folgende Voraussetzungen mit:

* Wissenschaftlicher Hochschulabschluss (bevorzugt in Germanistik/DaF oder einer modernen Fremdsprache)
* Möglichst Lehrbefähigung Sekundarstufe 1 und 2 (darunter mindestens eine moderne Fremdsprache oder Deutsch)
* Ausbildung und Unterrichtspraxis von mindestens einem Jahr im Fach Deutsch als Fremdsprache, möglichst auch
* Erfahrung im Unterricht für Schüler (Sprachassistentenprogramm o. ä.)
* Aktueller Kenntnisstand zur Methodik/Didaktik von Deutsch als Fremdsprache
* Erfahrung in Fortbildungsdidaktik, Projektarbeit, Netzwerkarbeit und Multiplikatorenschulung
* Kenntnis von Microsoft Office
* Erfahrung im Einsatz elektronischer Medien im Unterricht und in der Lehrerfortbildung
* Russischkenntnisse erwünscht
* Interkulturelle Erfahrung durch einen Auslandsaufenthalt
* Bereitschaft zu Dienstreisen
* Hohe Belastbarkeit
* Ausgeprägte soziale Kompetenz und hohe Bereitschaft zur Teamarbeit
* Interkulturelle Kompetenz und Verhandlungsgeschick

Wir bieten:

* Vergütung nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD), Entgeltgruppe E13 oder der entsprechenden Besoldungsstufe als beamtete Lehrkraft
* Eine monatliche Mietzuwendung
* Eine Umzugspauschale
* Reisekostenpauschalen
* Anlassbezogen: Reisebeihilfen, Schulbeihilfen

Die Zusatzleistungen richten sich nach den Richtlinien der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA).

Weitere Informationen und andere Stellenangebote für Experten für Unterricht finden Sie auf unserer Homepage www.goethe.de unter der Rubrik "über uns"/Stellenangebote/Experten für Unterricht. Lehrkräfte aus dem Schuldienst richten bitte eine Zweitschrift über den Dienstweg an Ihr zuständiges Ministerium. Aus formalen Gründen können wir nur Bewerber/innen berücksichtigen, die einen Wohnsitz in Deutschland sowie die deutsche Staatsangehörigkeit oder die Staatsangehörigkeit eines anderen EU-Mitgliedsstaates nachweisen können.

Bitte senden Sie Ihre Bewerbung mit den üblichen Unterlagen ausschließlich in elektronischer Form und mit Nennung der Referenznummer A6190600 spätestens zum 15. August 2010 an: Bewerbungen@goethe.de

Für Rückfragen steht Ihnen gerne Frau Irmtraut Hubatsch zur Verfügung, Leiterin des Bereichs Personalplanung und Personalbetreuung:Irmtraut.Hubatsch@goethe.de

Bitte beachten Sie unsere Hinweise zum Bewerbungsverfahren auf unserer Internetseite unter www.goethe.de

ARTIST BOOK: Unveiling: Rocket MT2010. By Andro Semeiko (androsemeiko.com)

Unveiling: Rocket MT2010
Andro Semeiko

Artist book Unveiling: Rocket MT2010 tells a linear narrative about secret creation of a space rocket designed to fly to Mars with layered visual meaning. It features images created and compiled by artist Andro Semeiko, and texts specially written by Neil Mulholland and JJ Charlesworth. The blueprint and model of the Rocket MT2010 is developed in collaboration with Pierre Maré Architects and aircraft engineer Simon Heald. It is edited and published in collaboration with Basement Art Projects.

48 pages, edition of 1000, each copy is signed by the artist.
ISBN 978-0-9565406-0-7

Andro Semeiko is a Georgian artist living and working in London. He graduated from Goldsmiths College in 2001 and Royal Academy of Arts in 2006. Semeiko has exhibited widely in the UK and Europe including New Contemporaries, Camden Arts Centre, London 2001; Shine, The Lowry, Manchester 2002; Kunstvlaai, Amsterdam 2008; Expander Painting, Prague Biennale 2009 and Happy End, Yinka Shonibare’s Space, London 2010.

Dr. Neil Mulholland is an art historian, critic, curator and artist. His research focuses on contemporary art practice and theory with particular emphasis on creative ecologies, artwriting and ambient cultures. His essays have been featured in a number of books and art magazines. Mulholland is Associate Head of the School of Art and Programme Leader of MA Contemporary Art Theory at Edinburgh College of Art.

JJ Charlesworth has been writing about contemporary art since he left Goldsmiths College London in 1996, where he studied art. He now writes regularly on contemporary art for magazines such as Art Monthly, Modern Painters, Time Out London and ArtReview magazine, where he works as associate editor. He is a tutor in painting at the Royal College of Art, and is currently researching a doctoral thesis on British art criticism in the 1970s.
£14.00 +p.p.
To purchase the book from bookshops
Artwords Bookshop: 22 Broadway Market, Dalston, London E8 4QJ +44(0)2079237507
The Fruitmarket Gallery Bookshop: 45 Market Street, Edinburgh, EH1 1DF +44(0)1312252383


Published on the occasion of the exhibition
Unveiling
Andro Semeiko
3 April -23 May 2010
Berwick Gymnasium Art Gallery
Berwick-upon-Tweed

For more information, please visit www.basementartprojects.org/unveiling

Saturday, August 07, 2010

DIALOG: Britische Internetseite will Dialog zur Situation im Kaukasus anstoßen (iiss.org)

Das Internationale Institut für strategische Studien London (International Institute for Strategic Studies) eröffnete für Experten aus verschiedenen Ländern ein Internetportal zum „virtuellen Dialog" über die Situation im Kaukasus. Es wurde zur ersten Online-Plattform für einen regelmäßigen Meinungsaustausch zwischen den Experten aus Russland, den Kaukasus-Ländern sowie aus den USA und den Ländern Europas. Das Portal wurde im Vorfeld des 2. Jahrestages der Kaukasus-Krise gestartet. Im August 2008 hatte Georgien Südossetien angegriffen. Russland hatte eine Operation zur Nötigung zum Frieden durchgeführt, indem es Zivillisten und seine Friedensstifter vor dem Aggressor geschützt hatte.

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To coincide with the second anniversary of the Russian-Georgian war of August 2008, the IISS Russia and Eurasia Programme has today launched its Caucasus Security Insight webpage – the first online platform offering a regular exchange of views among a unique spectrum of experts from Georgia, Russia, different parts of the Caucasus region as well as the US and Europe. Read More

The project is part of the IISS Georgian–Russian Dialogue on Post-August War Challenges,a project funded by the European Union under its Instrument for Stability Programme.

WISSENSCHAFT: Phänomenologische Interpretation des Kaukasus als Natur- und Kulturlandschaft (inst.at)

Von Zalina A.Mardanova (Wladikawkas/Nordossetien-Alanien)

Ein wenig Etymologie

Der Name des Kaukasus enthält das Etymon "kauka-", das auch in anderen Wörtern anderer Sprachen erkennbar ist, wenn es um die Bezeichnung dessen geht, was gewölbt, erhaben, hervortretend oder herausragend ist. Das ossetische Wort für "Berg" - "xox" ("hoch") - geht auch auf dieses Etymon zurück. So bedeutet der "Kaukasus" nichts anderes als Berg.


Das Internet-Bild des Kaukasus

Es ist schon zu einem Gemeinplatz geworden, dass man es im Erkenntnisprozess allein mit Rekonstruktionen der Realität zu tun hat; so wäre es aufschlussreich, sich das Bild des Kaukasus anzusehen, wie er in unserer vernetzten Welt im und durch das Medium Internet weltweit präsentiert wird. Die Surfen-Ergebnisse zeigen in diesem Zusammenhang, dass Nachrichten und Informationen im Internet unter dem Stichwort "Kaukasus" bei Netznutzern ein dreifaches Bild verschaffen, sozusagen ein Triptychon.

Der mittlere Teil dieses Triptychons stellt den Kaukasus als Krisenherd und Pulverfass dar, vordergründig durch tschetschenische Kriege manifestiert, vor der historischen Folie des Kaukasischen Krieges und der ewigen Konfrontation der Bergvölker mit der russischen Kolonialmacht;

der rechte Flügel zeigt - kontrastierend - den Kaukasus als ein Touristen-und Bergsteigerparadies;

der linke - präsentiert ein sozusagen "tellurisches Bild" vom Kaukasus, mit den Stichwörtern "Erdöl" und "Pipelines".

Diese Dreifaltigkeit konnte jedoch bei genauerer Betrachtung nicht mehr darüber hinwegtäuschen, dass die proklamierte Vielfalt der Kaukasusvölker, mit all ihren kulturellen, konfessionellen und sprachlichen Unterschieden und Besonderheiten schon längst auf ein bestimmtes und in seiner Vereinfachung sehr armseliges Bild reduziert ist. Zum einzigen Repräsentanten des sogenannten "kaukasischen Geistes" und zum Kanonträger der kaukasischen Lebensweise wurden wieder (d.h. wie es schon einmal im zaristischen Russland des 18. Jahrhunderts der Fall war) die Tschetschenen. Sie sind zum Prototyp der kaukasischen Authentizität gemacht worden. Sonstige Kaukasier erscheinen dabei als allerlei Abweichler dem in und durch Massenmedia etablierten Vorbild gegenüber.


Nordossetien-Alania als Abweichler

Die Position Ossetiens, der Republik Nordossetien-Alanien, sieht dabei ganz anders aus, als es Kochrezepte des Krisenherdes vorschreiben.

In einer Situation, die vom Zerfall der Sowjetunion und von den Globalisierungsprozessen geprägt ist, steht auch das kleine Ossetien vor dem Problem der Bewahrung seiner ethnischen Identität, die - wie jede Konstruktion - durch allerlei Beziehungen und ihre Manifestationen erkennbar ist (unter letzteren sind auch in grösserem Masse die zu pflegenden Symbole, Traditionen - sowohl ursprüngliche als auch erfundene - gemeint). Zu unterscheiden sind hier einige zusammenwirkende Felder, in denen sich die Formierung Ossetiens als eines ethnopolitischen Phänomens vollzieht:

Ossetien im Verhältnis zu Russland;
Ossetien im Verhältnis zu seinen nicht-ossetischen Bürgern;
Ossetien im Verhältnis zu anderen kaukasischen Bergrepubliken.
Schon ein oberflächlicher Blick zeigt, wie stark Ossetien vom dominierenden Bild einer kaukasischen Bergrepublik abweicht:

Nordossetien-Alanien ist ausgeprägt konsequent russlandorientiert; zu berücksichtigen ist dabei, dass Russland hier als eine politische Form einer transnationalen Zivilisation wahrgenommen wird. So haben die Osseten weniger Angst vor der Russifizierung (da die russische Kultur und Sprache eher als übernationale Elemente auftreten, in deren Rahmen alle ehemaligen Sowjetbürger kommunizieren können, und auf solche Weise ein wichtiger Bestandteil kultureller Identität auch für nicht-russische Russlandbürger, insbesondere Osseten, sind); vielmehr ist die nordossetische Republik wegen der Tendenzen zur Monoethnizität beunruhigt, die zu beobachten sind, und die zur Alltagspolitik jener kaukasischen Nachbarn geworden sind, die bei all dem auch gewisse territoriale Revisionsansprüche erheben.

Im "innerkaukasischen" Feld fühlt sich Ossetien eher unsicher (als Gründe dafür kann man einen im Vergleich zu den anderen Bergrepubliken geringeren Bevölkerungszuwachs und "milde" Varianten religiöser Zugehörigkeit - Osseten sind teils orthodox, teils moslemisch, in beiden Fällen aber deutlich heidnisch geprägt - anführen). Im Gegensatz zu den Nachbarn wird in Ossetien nach einer multi-ethnischen und vielschichtigen Identität gestrebt.


Die russische Festung im Kaukasus oder Eine Stube im gesamten Kaukasischen Haus?

Zwei polare Bilder der ossetischen ethnisch-nationalen Idee, die das Spannungsfeld markieren, innerhalb dessen sich Nordossetien-Alanien als ein sogenanntes Subjekt der Russischen Föderation und gleichzeitig als Angehöriger der kaukasischen Berggemeinde befindet - "Russische Festung im Kaukasus" oder/und "eine Stube" im gesamten "Kaukasischen Haus" - bestimmen letztendlich die zweideutige Position, die sich allmählich abzeichnet. Die Existenz vorwiegend in der Form der "russischen Festung im Kaukasus" hat als Vorteil die Bewahrung der territorialen Unverletzbarkeit Ossetiens (Russland wird dafür als Garant betrachtet), als Nachteil sind die ständige Gefahr der völligen Russifizierung und die damit verbundene Entfremdung von anderen Bergrepubliken zu nennen. Bekennt sich Ossetien eindeutig zum "Kaukasischen Haus", so wird es ebenso von der Gefahr bedroht - diesmal von der einer sozusagen "Kaukasizierung", Einsperrung in diesem "kaukasischen Haus", indem die bisher sorgvoll kultivierte multi-ethnische und vielschichtige Identität, sowie Bürgerrechte und Demokratieansätze verloren gehen, durch eine Autarkie provinzialer Prägung ersetzt.

Wenn Ossetien einen an den Felsen des Kaukasus geschmiedenen Prometheus nicht spielen will, so wird es sich zu Russland als zu einem transnationalen Staat bekennen; Russland wird dabei als eine Art von Provider betrachtet, der Ossetien mit der ganzen Welt verbinden soll. Will die Republik aber ihre ethnische Identität bewahren, so wird sie den schon zu beobachtenden Prozess der symbolischen Souveränität1 fördern.


Berge des Kaukasus als Gedächtnisorte

Das faszinierendste Terrain solcher symbolischen Souverenität sind gerade die Berge, die - erstens - als Phänomen schon symbolbeladen (Berge als Rettungsort der Menschheit nach der Weltkatastrophe, als geistlicher Zufluchtsort etc.) sind, und - zweitens - die Hälfte des Gesamtterritoriums der nordossetischen Republik einnehmen (das sind 3850 qkm zu 7971 qkm der Gesamtfläche). Zu berücksichtigen ist noch folgendes:

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung der Republik lebt in der Hauptstadt Wladikawkas. In der heutigen Krise, auch wenn es so ein regionales Programm gibt, das "Berge Ossetiens" heisst, dabei jedoch sehr spärlich finanziert wird, begeben sich viele Bergbewohner in die Hauptstadt. Verlieren die Berge ihren Reiz als Wohnort, so bekommen sie immer mehr Relevanz als Symbolraum des kollektiven Gedächtnisses. Die Berge werden allmählich - aber konsequent - aus Wohnorten zu Gedächtnisorten, zu lieu de memoire, nach dem Begriff von Pierre Nora: "Gedächtnisorte", diese "materielle(n) Kristallisationen gesellschaftlicher Erinnerung" sind zwar "Zeichen des Gedenkens an vergangene Ereignisse, ihre Bezugnahme auf die Vergangenheit ist jedoch aus dem Blickwinkel der Gegenwart geformt"2. Bemerkenswert ist, was dabei aus dem Archiv der Vergangenheit ans Licht gebracht wird.

Im Fall Ossetien bezieht man sich, wie sich leicht feststellen lässt, auf eine bestimmte Vergangenheit, in der die Vorfahren von Osseten - Alanen (skythisch-sarmatische Stämme) und kaukasische Stämme, die heute unter dem Namen "Kobanen" bekannt sind, eine reiche Kultur hatten und ihre Spuren auch in den anderen Kulturen hinterlassen haben. So sind demzufolge solche Kulturdenkmäler im Bergbereich renoviert oder neu - aber nach alten Mustern - errichtet, die gerade jene ehrenvolle Vergangenheit in die kollektive Erinnerung zurückrufen sollen. Die Speicherung der ethnokulturellen Symbolik der heroischen Epoche in der Geschichte der ossetischen Kultur führt zur ethnischen Konsolidierung und Durchsetzung gerade jener identitätstiftenden Hauptidee Nordossetiens, die deutlich vom tschetschenischen Vorbild abweicht: die Weltoffenheit bei der gleichzeitigen Erhaltung seines kulturellen Gewichts, was nicht zulässt, sich in dieser offenen und breiten Welt spurlos aufzulösen.


Die Berge des Kaukasus und ihre Namen in Nordossetien-Alanien

Nur drei Berge in Ossetien haben ihr eigenes Gesicht, indem diese jedem in der Republik bekannten Berge "den Status einer Person haben" (A.Honold). Merkwürdig ist dabei, dass alle drei mit Wladikawkas verbunden und ihre Namen nur in der russischen Variante allgemeinbekannt sind:

der Kasbek (osset.: cänä) - mit dem Etymon "die Höhe" (indöur.)
der Tafelberg (russ.: Stolowaja gora; osset.: Mat-xox) - etymologisch unklar
der Kahlberg (russ.: Lysaja gora; osset.: Gamäxt) - "kahl", "mit Glatze"
Der Kasbek mit seiner Höhe von 5033 (5046) m und dem charakterlichen Umriss seiner Spitze ist weltweit bekannt; besonders beliebt ist er bei Mythensammlern und -fans, da gerade der Kasbek sehr oft als jener Fels gilt, an den Prometheus gefesselt wurde; eine Ausstrahlung hat er auch auf Bergsteiger, da er schwer zu besteigen ist. Der Kasbek, der von der Stadt aus gut zu sehen ist, sowie sein schneebedeckter Gipfel, der bald bewölkt, bald sonnenbeleuchtet ist, dient auch - ganz alltäglich-prosaisch - als Wetteramt.

Der Tafelberg ist ein richtiges Warenzeichen der Hauptstadt Nordossetiens. Er "schwebt" über die Stadt und bestimmt im wesentlichen das Bild von Wladikawkas, die oft als die "Stadt am Fusse des Tafelbergs" genannt wird. Auch mit diesem Berg sind zahlreiche Sagen und Märchen verbunden. Im Relief des Berges lässt sich die Kontur eines liegenden Mädchens erkennen - das wirkt inspirierend auf manche poetische Naturen.

Der Kahlberg, der direkt zum Stadtbereich gehört, ist ein populärer Wochenend-Erholungsort aller Wladikawkasier; so ist auch dieser Name - wieder in seiner russischen Variante - immer in aller Munde.

Eine Bemerkung am Rande: der Tafel- und Kahlberg sind, wie sofort auffällt, sehr verbreitete Namen der Berge. So wäre es vielleicht nicht ohne Sinn, eine spezielle Tafel- und Kahlberg-Ausstellung zu veranstalten, wo die landschaftliche und symbolische Vielfalt, sowowie die sprachlichen Ausformungen dieser Berg-Benennungen präsentiert werden können.

Im "ossetischen Fall" ist anzumerken, dass die Namen dieser für die Republik so präsenten Berge auch von Osseten nur auf russisch genannt werden. Zu vermuten ist, dass alles, was mit dem Stadtbereich und dem - vorwiegend - Aussenbild Ossetiens verbunden ist, eine russische - d.h. in diesem Fall eine transnationale - Benennung bekommt.

Im Bergbereich dagegen dominieren ossetische Namen. Da wird tatsächlich jedes Eckchen, jedes Stellchen, das sich wölbt - Berge, Hügel, einzelne Orte am Berg- und Hügelhängen, jede Wiese und jeder Pfad benannt. Das sind aber lokale Namen, nur einer begrenzten Anzahl von Einheimischen bekannt; vielleicht gerade deshalb bekommen sie jedoch eine symbolische Schimmerbedeutung, weil sie - nicht allgemein bekannt und den Fremden fast unzugänglich - zum Zeichen ethnischer Authentizität werden.

Die Benennungsweise in Bergossetien unterscheidet sich nicht von der gängigen Art, die im diesbezüglich brisanten Vortrag vom Professor Otto Kronsteiner präsentiert wird. Nach dem bis heute immer noch einzigen Nachschlagewerk "Topographie Nordossetiens"(1975) von A.Zagarajewa3, gibt es auch hier Eisberge, Weiss- und Schwarzberge sowie auch Jungfrauenberge und Erzgebirge u.a.m .

Ich möchte aber zum Schluss als Beispiel jene besonders rührenden Namen anführen, die mit charakteristischer Phantasie markiert sind:

nach der Form des Gipfels werden benannt:
(Fyry-hoch) = "Hammelstirn"
(fyraui -honch) = "dem Hammel ähnlich"

poetische, aber gleichzeitig für den Alltag des Bergbaürs relevante Namen:
(Hurnyguylamy ragg) = "die Kette des Sonnenuntergangs"
(Horchetani barsond) = "der Gipfel der Sonnenwende"
(Shymagon nyguylan) = "der Ort der winterlichen Sonnenuntergangs"
(Uaschgaschan) = "der Ort, von dem aus Kälber zu beobachten sind".


Zur Thematisierung des Kaukasus aus der Perspektive der Phänomenologie geographischer Bilder.

Es bleiben natürlich mehr Fragen offen, als besprochen. Der Kaukasus als Natur- und Kulturlandschaft ist immer noch nicht zum Gegenstand einer intensiven philosophisch-kulturwissenschaftlicher (Selbst)Reflexion geworden.

Der Aufklärer und Klassiker ossetischer Literatur Kosta Chetagurov, tief besorgt um das Verschwinden einiger charakterischer, aber schriftlich immer noch nicht fixierter Sitten und Bräuche der Bergbewohner, rief einheimische Intellektuelle auf, die historische Vergangenheit der Bergvölker zu untersuchen4. Am Anfang des 20.Jahrhunderts waren es vorwiegend ethnographische Studien und Essays, die Berge als Wohnorte thematisierten.

Im literarischen Diskurs dagegen, der sich auf eine mächtige russische literarische Tradition stützt (durch die Namen von A.Puschkin, M.Lermontov, L.Tolstoj vertreten), etablierte sich ein durchaus romantisches Bild vom Kaukasus als einem Ort absoluter, an Gewalt und Willkür grenzender Freiheit, wo die Majestät der Berge (=Natur) mit der des Russischen Reiches (=Kultur) rivalisierte. Dieser Tradition des "ethnografischen Romantismus"5, vor allem in den Werken ihrer Nachfolger präsent (A.Bitov, W.Makanin), schliessen sich gerne auch die tschetschenischen Massenmedien an, wenn es um die Opposition "das freiheitsliebende und nach Freiheit strebende kleineBergvolk versus russische Kolonialmacht" geht.

Aus dieser Tradition fällt aber deutlich das Bergbewohner-Bild heraus, das im Werk des ossetischen Gegenwartsautors Alan Tschertschessov präsentiert wird6. Seine "Bergler" erhalten zwar die äussere Erhabenheit, die gleichzeitig aber von der inneren Unfreiheit begleitet wird. Ich bin mir darüber im klaren, dass das unmittelbare Verbinden der Naturlandschaft mit der "Seelenlandschaft" ausserhalb des literarischen Diskurses - mild ausgedrückt - suspekt ist, lasse mich aber dazu verleiten (die Versuchung ist ja zu gross): die Berglandschaft erweckt zwar im Menschen die Gefühle von Erhabenem, poetischer Begeisterung und Majestät, gibt ihm aber einen viel zu engen Wohnraum für das Alltagsleben. Daher rührt eine äusserst strikte Reglementierung des Alltags bis zu Erscheinungsformen des individuellen Benehmens und der individuellen Gestik. Der für das Hochgebirgsgelände charakteristische Mangel an Ackerboden, wegen dessen es unter Nachbarn nicht selten zum Streiten um Rain - oft mit tödlichem Ausgang - kam, bedingte eine immerwährende Relevanz solcher Begriffe wie Grenze und Distanz, die auch heute den Habitus eines Bergbewohners deutlich prägen.

Die Berge als Wappenbild geben wie bekannt eine Welt-Raum-Auffassung wieder. So weist das alte Alanen-Wappen, das aus der Vergessenheit entrissen zur offiziellen Symbolik der heutigen Republik Nordossetien-Alanien geworden ist, und das gerade das Bild des Weltberges enthält, die wichtigsten Komponenten dessen nicht auf die Kaukasischen Berge als Wohnort weisen, sondern auf ein spezifisches Weltbild. Seine wichtigsten Merkmale entwerfen eine Welt, das durch ein (Sich)Zentrieren, Hierarchisieren und (Sich)Differenzieren geprägt sind. Stilisieren sich heutige Osseten als alanische Bergler, so lassen sie gerade dieses - hierarchischen, zur Differenzierung strebenden und zentrierenden - Raum-Denken aufleben.



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Anmerkungen:

1 Artur Zuzujew: Osetinskij kontur w etnopolititscheskom pronstranstwe // Osetia XX wek. 1996, N 1. S.49.

2 Heidemarie Uhl: Vorwort. Gedenken und Mahnen in Wien 1994-1945. Gedenkstätten zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung. Eine Dokumentation. Wien 1998, S.7.

3 A.Zagarajewa. Topografija Sewernoj Osetii. Ordshonikidse. 1975.

4 Kosta Chetagurow. Osssoba. Etnografitscheskij Otscherk / K.Chetagurow. Sobranije sotschinenij w pjati tomach. Tom1, S.311-371.

5 Harscha Ram: Kawkazskije plenniki I kulturnyje mify I medialnyje representazii w tschetschenskom konflikte//Nowoje literaturnoje obosrenije. N34 (6/1998), S.78-108 (S.92).

6 Alan Tschertschessov: Requiem für einen Lebenden. Frankfurt/M.:Fischer,1999/; Alan Tschertschessow. Rekwijem po shiwutschemu. Moskwa. 1995; Wenok na mogilu wetra. S.Peterburg 2000).


more: www.inst.at/berge

TBILISI: Droht die Schließung des Kaukasischen Hauses durch die Georgische Regierung? (caucasianhouse.ge)

Sehr geehrte Damen und Herren,

dem Kaukasischen Haus in Tbilissi droht die Schließung, siehe Anlagen.
Es setzt sich seit mehr als 20 Jahren für den interkulturellen Austausch der kaukasischen Völker und für die Einhaltung der Menschenrechte in Georgien ein.

Die Projekte des Kaukasischen Hauses werden u. a. von der Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt.

Anmerkung von mir: Naira Gelaschwili - die Direktorin des "Kaukasischen Hauses" ist eine Schriftstellerin, Friedensaktivistin, engagierte Kaukasus-Expertin, die über Jahre diese Institution mit ihren Mitstreitern beseelt hat. Auch über die Landesgrenzen hinaus ist sie bekannt. Zahlreiche Artikel- auch in der deutschen Presse - spricht für ihr Engagement und ihre exzellenten Verbindungen. Warum soll diese Institution jetzt geschlossen werden? (Ralph Hälbig)

Aus dem kaukasischen Teufelskreis (Berliner Zeitung)

Naira Gelaschwili, Direktorin des Kulturzentrums „Kaukasisches Haus“, warf Saakaschwili und seiner Umgebung vor, dass sie nach dem Krieg mit seinen für Georgien katastrophalen Folgen nichts anderes im Sinn hätten als den Machterhalten (welt.de) >>>

Im Kaukasischen Haus wird mit verschiedenen Kultur­angeboten versucht, Nationalisierung und Militarisierung im Kaukasus zu verhindern. Interview mit Naira Gelaschwili >>>

Georgische Schriftstellerin Naira Gelaschwili über den Krieg: "Die Leute sind gebrochen" (taz.de) >>>

Die Georgierin, die Brücken in den Kaukasus baut. Naira Gelaschwili übersetzt nicht nur Hölderlin (welt.de) >>>

Der Kaukasus ist – auch dank solcher engagierten Menschen wie Naira Gelaschwili – ein kultureller Ort, dessen Vielfalt kaum zu überschauen ist. >>>

Naira Gelaschvili >>>

«Das ist pure Kriegspropaganda. Präsident Michail Saakaschwili fördert ganz gezielt die antirussische Stimmung», sagt die Leiterin des kulturpolitisch engagierten Kaukasus-Hauses in Tiflis, Naira Gelaschwili. (n24.de) >>> und (n-tv.de) >>>

Die georgische Übersetzerin und Menschenrechtsaktivistin Naira Gelaschwili gewährt Einblicke in die Politik Georgiens ... (zeit.de) >>>

Die georgische Kaukasus-Expertin Naira Gelaschwili hat vor einer weiteren «Russifizierung» der uralten Bergvölker durch Moskau gewarnt (dpa.de) >>>

Für weitere Informationen bin ich gern zur Auskunft bereit.

Mit freundlichen Grüßen

Ekkehard Maaß
Deutsch-Kaukasische Gesellschaft e. V.
Schönfließer Straße 21, 10439 Berlin
Tel 030 4457006 / mobil 0171 1773543
Spendenkonto HypoVereinsbank
BLZ 10020890 / Kto 5619661
http://www.d-k-g.de/

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Decree of the President of Georgia
#497
July 14, 2010
Tbilisi
About Legal Entity of Public Law

According article 5, paragraph B, sub-paragraph of the Law of Georgia on “About Legal Entity of Public Law” , on the basis of the Caucasian House – The Center for Cultural Relations of Georgia establish “The Smirnov’s Museum” – the Legal Entity of Public Law (furthr – Museum).
The Museum is the assignee of the Center for Cultural Relation - The Caucasian House.
The Ministry of Culture and Monument defense have to provide:
a) the state control of the museum;
b) Ratification of the statute of the Museum and appoint the syndic (representative person) on representation.
This Decree will be taken in action right after publication.

Mikheil Saakashvili

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Explanation for Society of the Caucasian House

An ordinance of President of Georgia on establishing a legal entity of public law, the Smirnoff Museum, on the basis of the Caucasian House and making it the legal successor of the House caused deep anxiety among the public. Calls and letters of sympathy and readiness to provide help come to the Caucasian House from its friends, people who realize the significance and appreciate the activity of the House, from everywhere – south or north Caucasus, abroad, although we have not yet made any comment concerning the ordinance, neither have we informed our foreign friends and donor organization about it. We will do this along with further developments.

Dear Friends! First, let us to thank you for this support and interest. This has made us feel again that the society exists, reasons and is ready to fight; that people have adequately assessed that the abolition of Caucasian House is a real drama, a disturbing symbol, especially in the context of the disaster caused by the 2008 August war when Russia once again invaded Georgia and occupied a very significant part of our country, once again disintegrated the Caucasus.

At the same time I would like to calm you down and remind you that there was a governmental entity, the Caucasian House and a non-governmental organization, the Center for Cultural Relations Caucasian House. The employees of governmental Caucasian House, as physical persons, founded the NGO in 1999, which still exists now.

The governmental Caucasian House was the legal successor of that organization (Translators’ Board), which in 1985 was bequeathed with four rooms of the so-called Smirnoff house together with Tamamshev and Smirnoff valuable family objects. The remaining four apartments in this dilapidated, nearly ruined two-storey house were sold earlier by Smirnoffs themselves and thus, represented private property.

A friend of the Caucasian House, the European Horizon Foundation, which highly appreciated a peace and cultural-educational activity of the organization, carried out the renovation and reconstruction of the entire building in 1998-2002, whilst the Krupp Foundation, upon the request of Horizon, restored the Smirnoff-Tamamshev heirlooms. At the same time, the Horizon Foundation “provided a debt to the municipality to buy out the three apartments sold by Smirnoffs. The fourth apartment, after the renovation had been completed, was sold by the owner himself to Naira Gelashvili. Since then this space has been used by the Caucasian House.

Both these organizations – the governmental and non-governmental Caucasian Houses – represented a single strong cultural-educational and peace centre with close ties with the entire Caucasus and Europe as well as eastern countries and were implementing a diverse conceptual programme with a special focus on Caucasian projects.

The ordinance of President of Georgia envisages the abolition of the governmental Caucasian House which along with other budget organizations was deprived of public financing back in 2005. This, we believe, was a mistake on the part of the state because of the significance and the standing it enjoyed in the Caucasus and Europe as a peace organization. Especially, given that the budget funding was symbolic (about 20 000 Lari a year).

Giorgi Gabashvili, the minister of culture of that time, told us then that although the funding of the Caucasian House was terminated, the organization, being of special state importance, would receive the same amount in the form of a so-called programme financing. The minister also promised that the ministry of culture would spare no efforts to reinstate the status of a legal entity of public law to the Caucasian House and officially approve its ownership over the building which was saved from wrecking and restored as the office of the Caucasian House by the Horizon Foundation in 1998-2000 under the agreement with the Ministry of Culture. This agreement explicitly states that should the Caucasian House be forced to leave this renovated and well-furnished building, the Foundation reserves the right to appeal to a relevant court in the Netherlands to claim the recovery of the amount spent for the restoration.

The minister, however, delivered only on the first half of his promise, leaving the second half un-kept.

Why was the reinstatement of the Caucasian House so important when it was actually maintained by the non-governmental organization? It was important because, the governmental Caucasian House was officially and legally linked to the building, whilst the non-governmental Caucasian House had an agreement with it on mutual use. This somewhat unique model operated perfectly and was also significant in some way for the state as the entire peace policy of the Caucasian House, which boosted confidence to it throughout the Caucasus, was associated with the state.

However, after the abolition of the non-governmental organization, the Caucasian House was left without a legal right on the building which was restored and well-furnished by it and all current and utilities costs of which has been paid by its donor organization, the Horizon Foundation.

Such a situation has arisen anxiety among all the donors and first and foremost, the Horizon Foundation. The Foundation has repeatedly addressed the president, ministers of culture, Giorgi Gabashvili and Nika Rurua, with questions and practical suggestions, but in vain. No reply followed from any of them. Such a disregard – instead of gratefulness – was an embarrassment and disappointment for the board of this Foundation, consisting of German, Dutch, British members, indeed noble people, intellectuals. One of significant causes for these people, who fell in love with Georgia, was the support of the Caucasian House and the country, as a whole.

Let me recall that in addition to the rehabilitation of the Caucasian House and the building in the Nukriani village (which houses the branch of the Caucasian House), the Horizon Foundation restored small monasteries and icons of Svaneti, saved Yermakoff’s unique archive where the works are still in progress, financed archeological excavations at Nekresi, for ten years has funded the education and psychological rehabilitation of children refugees from Abkhazia and Tskhinvali region, the Caucasus public university, our publishing house working in Caucasusian and European languages, so on and so forth. The Foundation was willing to finance restoration works at Davit Gareji Monastery and many other projects, but its heart has been broken.

The offence reached its climax when the 24 Hours newspaper, in the spring of 2008 (that is, before the August war), without any double-checking published a letter from famous representatives of Russian intelligentsia to President of Georgia, in which these ladies and gentlemen, who had never before uttered a word about the wanton acts committed by Russia in the Caucasus and Georgia, voiced their concern about the Smirnoff Museum alleging that it is in tatters and urgently needs to be saved and that the Caucasian House has intruded into the territory of the Smirnoff museum.

As it transpired, this misleading collective letter was spearheaded by Aleksandr Svatikov, one of the members of the Russian Club which operates in Tbilisi, and a former protector of the museum, who has overtly or covertly been fighting against the Caucasian House since its inception, as he believed that an organization with such a name shall not exist.

Upon the publication of this letter, the Ministry of Culture declared on the TV, without any consultation with us, that he intends to grant a state status to Smirnoff Museum, i.e. separate it from the Caucasian House.

It also transpired that the Ministry of Culture which stopped replying to any of the Caucasian House’s letters, was actively cooperating with the Russian Club and Mr. Aleksandr Svatikov – the person who lost any confidence among the employees of the Caucasian House. It should also be noted here, that due to created tense situation the department for the protection of cultural monuments officially demanded that we seal the museum and work under the regime which required the sealing and opening of the museum every working day. In agreement with the department two seals were attached to the entrance door – one by the protector of the funds, Aleksand Svatikov, and another seal by the administration of the House. However it came to happen that starting from that very day Aleksand Svatikov refused to open the museum until after the ministry of culture had officially granted the status of the museum to it. Actually, this was disobedience to the organization where he worked on the one hand, and, on the other, a sort of blackmail to the ministry of culture.

Since March 2009, the leadership of the Caucasian House has repeatedly sent notifications to the Ministry of Culture that such a behaviour of Aleksand Svatikov seriously endangers unique items kept in the museum, but during a year and a half a relevant department of the ministry of culture has not responded to the alarm raised by us and therefore, the Smirnoff-Tamamshev museum remains sealed to date and we have no idea of what has happened to objects and manuscripts kept there. We doubted – not without reason – that all this has been done deliberately to blame the Caucasian House of all the faults and create such a situation around it, which is being witnessed now by the Caucasian House, Georgian society, partner organizations all over the Caucasus and beyond it.

The fruit of the cooperation with the Russian Club was also the album, Smirnoff’s House, published by the Ministry of Culture and the Russian Club in 2008. One cannot find any trace of the Caucasian House and European foundations, i.e. Georgian-European trace in this Album and it also says nothing of the fact that the Smirnoff museum is part of the Caucasian House and that it was saved and revived by the House and its friends and without this care both the House and the museum would have been long destroyed.

In this regard, the Horizon Foundation sent a letter of protest to the ministry of culture which was again left unanswered.

Conspiratorial activities of the government created impression that it intended to replace the Caucasian House with not just Smirnoff museum but by the house of Russian culture. One would wonder how could either Smirnoff museum or the house of Russian culture implement common Caucasian projects? For example, how could they contribute to intensification of the Georgian-Caucasus relations, publication of literary works in Caucasian languages, provide an impartial description of modern conflicts in the Caucasus or historic Russia-Caucasus relations?

The situation today is the following: the Horizon Foundation proposes the government to consider the money it paid for the restoration of the building (more than half a million US dollars) as the buy-out amount and grant the ownership of the restored building to the NGO Caucasian House whilst taking themselves the Smirnoff-Tamamshev museum placed in three rooms. Or take the entire building and refund the money paid for the restoration in order to buy a new building for the Caucasian House. It is exactly this condition that is provided in the agreement between the Horizon Foundation and the Ministry of Culture (in 1998-99): should the Caucasian House be forced to leave the building restored for it, the government of Georgia shall return the amount paid for the restoration to the Foundation.

Thus, our dear friends, we, the employees of the Caucasian House, whom the government ignores for a long time now, are waiting, hoping that the reason may prevail and the Caucasus and Georgia may not lose a unique centre for dialogue, meetings, peace, education and culture, the house which since long ago has cherished the idea of saving the Caucasian solidarity; may not destroy a microcosm so dear to all the peaceful Caucasians, many refugee children and national minorities.

As regards the NGO Caucasian House, it will carry on its activity but if it leaves the building, problems will emerge in the implementation of such projects as Weekend School for internally displaced and socially vulnerable children, Culture Calendar, Conversations about Caucasus and others.

It seems as if from its inception the Caucasian House and we – its staff - have been doomed to continuous attacks from Russian or Georgia special services or all types of obscurantist.

Along with the steps taken by the government in the forthcoming days we will invite you to the Caucasian House to have a public discussion on the issue and agree upon further actions.

Thank you once again for your support.

Press service of the Caucasian house
27 July 2010

VIDEO: Mit offenen Karten: Georgien nach dem Krieg (videos.arte.tv)



In der kleinen Republik Georgien kam es im August 2008 zum Krieg. Wie sieht die Lage zwei Jahre danach aus? Die Situation zwischen den Kriegsgegnern ist weiterhin ungeregelt und die Sicherheit für die Einwohner nicht garantiert. Die Gründe für den Krieg sind nach wie vor präsent, aber ein Krieg scheint nur zu existieren, wenn man darüber spricht. Deshalb beschäftigen wir uns heute mit Georgien, mit seiner Landesnatur, seiner Geschichte und der derzeitigen Waffenruhe.

Zurück zum Dossier „Krieg und Frieden im Kaukasus

Quelle: videos.arte.tv

VIDEO: Georgien: Europa verzweifelt gesucht (videos.arte.tv)



Das empfindliche Gleichgewicht der Welt beschreibt die als politische Fabel angelegte Dokumentation um den Konflikt des kleinen Kaukasusstaates Georgien mit seinem großen Nachbarn Russland. Und sie untersucht gleichzeitig die Leitwerte internationaler Beziehungen. Am Beispiel Georgiens werden wesentliche Fragen der politischen Ethik und der weltweiten politischen Verantwortung behandelt.

Im Mittelpunkt steht Georgiens Schicksalsjahr 2008, als das Land im Kaukasus für kurze Zeit und auf tragische Weise in den Fokus der Weltnachrichten rückte. Damals hatten sich die Georgier bei den Wahlen im Januar große Hoffnungen auf positive Veränderungen gemacht, wurden jedoch nach dem Krieg mit Russland im August und der Rückkehr zum Status quo schwer enttäuscht.

Wichtige Zeitzeugen des Konfliktes, wie der georgische Präsident, seine Minister, Oppositionsführer, ausländische Staatschefs und Diplomaten der internationalen Vertretungen sowie natürlich Georgier von der Straße, geben Auskunft über das Geschehen selbst wie dessen Auswirkungen auf das politische und ihr persönliches Leben.

(Frankreich, 2009, 58mn)
ARTE F

Erstausstrahlungstermin:
Di, 3. Aug 2010, 22:08

Quelle:
videos.arte.tv

VIDEO: Propagandanebel. Die Wahrheit und der Krieg um Südossetien (videos.arte.tv)



Der Pulverdampf hat sich verzogen aus den Tälern Südossetiens. Aber noch immer wabert der Propagandanebel des Krieges durch die Redaktionsstuben der Weltpresse. "Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit." Der Spruch war selten so zutreffend wie im georgisch-russischen Konflikt um Südossetien im August 2008. Der Krieg dauerte nur wenige Tage, der Kampf um die Sympathie der Weltöffentlichkeit hält dagegen bis heute an. Dabei sind PR-Kampagnen international operierender Agenturen zu entscheidenden Waffen geworden.

Die Dokumentation untersucht die Kriegsversionen der Konfliktparteien und ihre Propagandaapparate. Der Befund ist für beide Seiten wenig schmeichelhaft. Während Tiflis weiter an seiner längst widerlegten Unschuldsversion festhält, nährt Moskau mit geheimnistuerischer Informationspolitik Zweifel an allen offiziellen Verlautbarungen.

In scharfem Kontrast zur kalten Welt der Medienpolitik stehen die Bilder von den Kriegsopfern im südossetischen Zchinwali und den Flüchtlingen im georgischen Gori. Wer sind eigentlich die Osseten, um deren einst autonomes Gebiet es bei dem gewaltsamen Konflikt ging, und welche Rolle spielten die dort lebenden Georgier? In der geopolitischen Debatte hat das damals niemanden interessiert. Ein Lokaljournalist aus Gori bringt es sarkastisch auf den Punkt: "Politiker betreiben ihre Politik und das Volk bleibt als Opfer zurück."

Der ossetische Medienwissenschaftler Ruslan Bekurow und der aus Südossetien vertriebene Georgier Nodar Kochischwili äußern sich differenzierter als die Regierenden in Tiflis und Moskau. Beide bestreiten, dass es Gewinner und Verlierer in der Medienschlacht gibt. Sie sind der Meinung, dass alle nur verloren haben: natürlich in erster Linie die Menschen und die Opfer in diesem Krieg - aber auch die Zuschauer, Leser und Hörer.

(Deutschland, Russland, Georgien, 2009, 60mn)
ZDF

Erstausstrahlungstermin:
Di, 3. Aug 2010, 23:07

Quelle: videos.arte.tv

MUSIC: Sacred Chants Reverberating Once Again (nytimes.com)

With (as ever) great photos by Justyna Mielnikiewicz. Members of the Ialoni choir during a recent rehearsal at a church. Below, Sunday service at sixth-century Anchiskhati Basilica in Tbilisi’s Old Town. More Photos »

Sounds of the Caucasus: Slideshow >>>

Article by By VIVIEN SCHWEITZER
Published: August 4, 2010 (New York Times)

TBILISI, Georgia: ON a swelteringly hot morning in this elegant capital city recently, worshippers crammed in the ornately frescoed sixth-century Anchiskhati Basilica. Women in colorful head scarves prayed and kissed icons as the venerable
Anchiskhati Choir sang harmonically striking polyphonic chants.
It’s a familiar scene in Georgia, a Caucasus country where haunting three-voice chants reverberate through incense-heavy air in ancient churches packed with the faithful. Nationalist pride and the increasing strength of the Georgian Orthodox Church are intertwined with a revival of its ancient polyphonic sacred music, repressed during the Soviet regime.
At the
Mostly Mozart Festival on Friday and next Saturday the Ensemble Basiani, a Georgian choir founded in 2000 and affiliated with the Georgian Patriarchate, will sing sacred and folk songs as part of the pianist Pierre-Laurent Aimard’s Bach and Polyphonies series. The ensemble will appear in programs that also feature Ars Nova Copenhagen and members of the Chamber Orchestra of Europe.
Stravinsky, a contrapuntal master himself, spoke of his fascination with Georgian singing, whose rich polyphonic tradition dates to the pagan era. Georgia became Christian in the early fourth century (six centuries before Russia), and the Georgian Orthodox Church became independent in the fifth century. The chanting that accompanies its liturgy evolved from
Palestinian and Byzantine traditions, but from early on, it was sung in Georgian.
Byzantine chant and descendants like Gregorian chant and Russian znamenny chant are traditionally monophonic. But three-voice liturgical singing had been established by the 10th century in Georgia, according to Rusudan Tsurtsumia, head of the
International Research Center for Traditional Polyphony at the Tbilisi State Conservatory.
Georgian sacred music, sung with minimal vibrato, resembles the country’s even older three-voice
folk music and features distinct regional harmonies. Chant from western Georgia often incorporates dense chords and a busy bass line; chant from eastern Georgia has an ornamental middle voice and a simple bass line. The potent harmonic cadences (often unfamiliar to Western ears) always resolve in a sturdy unison or basic intervals of a fifth.
Georgia is a patriarchal and socially conservative society, but the infrequency of mixed-gender choirs reflects the music’s close harmonies rather than any social dictum. There is an approximately one-and-a-half octave range between voice parts in traditional Georgian music, whereas in Western classical music there could be a three-and-a-half octave range.
In the 1500s the Council of Trent of the
Roman Catholic Church fretted that polyphonic singing might distract congregants, but there was never any such debate in Georgia, Ms. Tsurtsumia said. With centuries of internal strife, occupations and invasions by the Mongols, Turks, Persians and Russians (among others), she added, Georgian culture faced far greater obstacles than a few bickering bishops. During the Soviet era, many churches and monasteries were closed, and the chant tradition was suppressed.
“Other countries have allies to protect them,” said Luarsab Togonidze, a historian who has sung with the Ensemble Basiani, but “Georgians are orphans.” He added, “This land is a crossroads and dangerous. Why did Georgians never leave this land and move somewhere safer? There is something magic here.”
It must be a rare visitor to Georgia who isn’t captivated by the stunning scenery, food and music. The small country — ecologically diverse and bordering Turkey, Armenia, Azerbaijan, Russia and the Black Sea — is rich in relics of defenders and conquerors. Farmers scythe hay in the shadow of crumbling 10th-century fortresses and ghostly factories. Churches and monasteries dot the landscape in impossibly beautiful settings, like the medieval Gergeti Trinity Church, an architectural gem nestled in fields of wildflowers.
But the country’s shaky infrastructure, while being modernized, is perhaps symbolized by Tbilisi’s beautiful Old Town, where balconies crumbling from neglect and a 2002 earthquake jut precariously over the narrow streets.
Since 1991, when Georgia declared independence from the Soviet Union (Russia and Georgia were engaged in a conflict in 2008), there has been a major effort to preserve its musical heritage. During a rehearsal in a room decorated with fading photos of Georgian bishops, Nino Naneishvili, 26, director of the female Ialoni choir, said that young people are increasingly discovering the chants by attending church. Sacred music, she added, is an integral part of Georgian identity. Zaal Tsereteli, a founding member of the Anchiskhati Choir, an important ensemble in the post-Soviet cultural revival, said he often hears of people inspired to join choirs after encountering the music in church.
But the manner of learning both sacred and folk music has significantly changed. John A. Graham, an ethnomusicologist, tour guide and Princeton Ph.D. candidate, who is writing his dissertation on the transcription and transmission of Orthodox liturgical chant, said Georgian folk and sacred music was primarily an oral tradition until the late 19th century. But the heritage was already under threat by then, since Georgia had been annexed by Russia in 1801, and its language and chanting were suppressed.
Traditional music also suffered from urbanization and changing social patterns, as young people left the country to study Western classical music. Master chanters (who memorized all three voice parts for thousands of chants for the complex liturgical calendar) and village song masters began to die without having trained successors. So a group of intellectuals, led by the statesman Ilia Chavchavadze, began a nationalist movement to preserve Georgian culture, publishing an important collection of folk music in the late 19th century.
Thousands of sacred chants were also transcribed into Western notation in the late-19th and early-20th centuries, although preservationists had difficulty deciphering the pneumatic notation of ancient manuscripts: often just a few squiggles or symbols to elaborate on a melody that it was assumed the singer already knew. Modality and untempered tuning, which result in the striking dissonances and harmonies of Georgian traditional singing, are ill suited for Western five-line notation. Improvisation, also a vital skill until the mid-19th century in Western classical music, is an integral element of both folk and sacred music in Georgia and further complicates transcription.
There are reverberations of the late-19th-century nationalist rhetoric today in Georgia, Mr. Graham said. But that early revivalist movement was quashed when, after a fleeting independence, Georgia became part of the Soviet empire in 1921. Georgia’s polyphonic folk tradition fared better than sacred music during that period, but the Soviets professionalized folk music and encouraged arrangements for large choirs, often at the expense of authenticity.
The debate over period practice in Western classical music also exists in Georgia. The Ensemble Basiani improvises and tunes its songs in traditional ways, replicating the performance styles heard on old recordings. As the choir of the Patriarchate in the imposing new Holy Trinity Cathedral in Tbilisi, however, the choristers sing in a more Westernized classical style.
The ensemble’s Mostly Mozart programs include folk music from eastern Georgia, in which two melismatic voices sing over a moving drone bass, and complex contrapuntal works from Guria, in western Georgia. There are songs for work, weddings, births, funerals, healing, drinking and feasts. “A Georgian is born and buried with a song,” as one 20th-century scholar put it.
The unexpected modulations and primeval yodeling of the earthy Gurian songs are startling. During a recent rehearsal in Tbilisi, the Ensemble Basiani practiced a traditional Gurian piece, a wild, multilayered, partially improvised song during which one singer yodeled with enthusiastic abandon. Afterward a choir member asked a listener, “Do you have a headache yet?” The Swiss-French composer Arthur Honegger, who died in 1955, is said to have failed in his attempt to notate a complex Gurian song.
In addition to the concert stage, a visitor to Georgia is most likely to hear folk songs at a supra, a multicourse feast with locally produced wine and Georgian delicacies like khinkali (dumplings) and shashlik. A tamada (toastmaster) encourages heartfelt toasts to women, wine, friendship and the motherland. During a recent
supra in Signaghi, a hilltop fortress town with sweeping views of the Caucasus mountains, visitors on tour with Mr. Graham were serenaded by the Zedashe ensemble, which sang songs with harmonies as pungent as the local cheeses.
“A Georgian gathering without singing is impossible to imagine,” said Mr. Togonidze, the historian. “The Communists tried to change this, but they didn’t succeed. You can’t imagine Georgia without our songs.”
Ekaterine Diasamidze, an ethnomusicologist, singer and host at Radio Muza, Tbilisi’s classical music station, said folk and sacred songs “are like pearls for us, like diamonds”: “You don’t touch this diamond unless you have something better to replace it with.”
“Tradition and religion are very connected in Georgia,” she added. “Orthodox Christianity is an essential part of being Georgian. Georgianness, Christianity and chant are all connected.”
Many Georgian scholars, beginning with the philosopher Ioane Petritsi in the 11th century, have likened the three voices of Georgian polyphony to the Holy Trinity.
“One incredible quality of Georgian polyphony is that you need a third voice,” said Mr. Togonidze, reflecting on his country’s turbulent past. “Unity is essential. That’s how Georgia survived.”

Friday, August 06, 2010

CALL: Black Sea Link Fellowships Program for the academic year of 2011-12 (nec.ro/)

The Black Sea Link Fellowship Program, sponsored by the VolkswagenStiftung (Hannover, Germany), targets talented young researchers from Moldova, Ukraine, Georgia, Armenia and Azerbaijan, as well as from other countries around the Black Sea. The grants allow fellows to work on projects of their choice while in residence in Bucharest, Romania, at the New Europe College (NEC). NEC welcomes a wide variety of disciplines in the fields of the humanities and social sciences.

Conditions: Applicants must be doctoral students, or hold a Ph.D. title. Preference will be given to candidates below the age of 40.

Duration of the Fellowship: one term (5 months), from October 1, 2011 to February 29, 2012, or from March 1 to July 31, 2012; or a full academic year (10 months) from October 1, 2011 to July 31, 2012.

Location: New Europe College-Institute for Advanced Study in Bucharest.

The Fellowship consists of: a monthly stipend of 650 € (tax free), accommodation, international transportation to and from the home country of the Fellows at the beginning and the end of the Fellowship. Fellows are offered a one-month research trip abroad to an institution of their choice (2 600 € for transportation, accommodation, and per diem). In addition, fellows can order literature for up to 500 €, to be used for their research during the Fellowship, and included, at its end, in the library of their home institution.

Working languages: English, French, and German. A good command of English is desirable.

The deadline for sending the completed application is November 15, 2010.

The evaluation procedure includes several stages, among which an interview with the international Academic Board of the NEC, scheduled for April 8-10, 2011. Applicants selected for the interview will be notified in the first half of March 2011.

The application form and additional information on the Program and on New Europe College can be downloaded from
www.nec.ro or requested by e-mail from applications@nec.ro (please include in the Subject entry of the message the following: “Black Sea Link Fellowships”).

New Europe College
Phone: (+4) 021 307 9910,
Fax: (+4) 021 327 0774

Email: nec@nec.ro
Mailing address:
str. Plantelor 21
023971 Bucharest, Romania

CALL: Freiwilligendienst des Jugend in Aktion Programms der Europäischen Kommission (ec.europa.eu)

We are regurlarly looking for youngsters who are willing to participate in the Action 2 of the Youth in Action programme: the European Volunatary Service (EVS). Various placements are possible in non-governmental organisations in Armenia and Georgia.

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Der Verein European Intercultural Forum e. V. sucht motivierte junge Menschen für ein bewilligtes Projekt im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienst des Jugend in Aktion Programms der Europäischen Kommission.

Wir haben zwei freie Plätze in Vanadzor, Armenien anzubieten. Der Freiwilligendienst sollte im Oktober 2010 angetreten werden. Die maximale Dauer des Projektes ist 12 Monate. Beide Freiwillige sollten zusammen den Freiwilligendienst antreten. Kurze Informationen zum
Aufnahmeprojekt findet ihr unten:

Project title: LetTMs give a change and a chance!

Duration: 9-12 months

Venue: Vanadzor, Armenia

Hosting placement: The organisation oeCrossing Roads? is an organization providing social assistance to the community, assisting in elaboration of regional social projects and implementation by using public initiatives, and stimulates and promotes the participation of different social target groups in the formation of civic society.

Role of the volunteer: The volunteers will support the development of cultural activities and measures to help the families and youngsters in need living in the community. This means to organize the daily activities for children and young people facing problems/difficulties in society such as parties, exhibitions, meetings, debates and various social events, and to support the administrative work of the organisation.

Konditionen:

- freie Unterkunft
- monatliches Budget für Lebensmittel und lokale Transportmittel
- einmalige Reisekosten nach Armenien und zurück nach Deutschland
- Übernahme der Visakosten
- Krankenversicherung
- Betreuung vor Ort
- Pflichtseminare in Deutschland und Armenien
(Ausreiseseminar, Einreiseseminar, Evaluationsseminar)

Mehr Informationen über den Europäischen Freiwilligendienst findet ihr hier:
ec.europa.eu

Sollten ihr Interesse an dem angegebenen Projekt haben, bitten wir euch einen Lebenslauf und ein kurzes Motivationsschreiben in englischer Sprache bis zum 10. August 2010 an uns zu schicken.

Für Rück- oder Detailfragen stehen wir euch natürlich unter
eif.germany@googlemail.com zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,
EIF Team

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European Intercultural Forum e.V.
Address Prenzlauer Allee 176, 10409 Berlin - Germany
Mail
eif.germany@googlemail.com
Website
www.european-intercultural-forum.org

Wednesday, August 04, 2010

VIDEO: North Ushba from Georiga (youtube.com)

Sunday, August 01, 2010

FERNSEHEN: Krieg und Frieden im Kaukasus / Georgien: Europa verzweifelt gesucht - 3. August - 22.05 (arte.tv)

Dienstag, 3. August 2010 um 22.05 Uhr
Wiederholungen:
05.08.2010 um 10:00
Krieg und Frieden im Kaukasus
Georgien: Europa verzweifelt gesucht (Frankreich, 2009, 58mn)
ARTE F, Regie: Nino Kirtadze
(126mn)
ZDF / ARTE F

Der gewaltsame russisch-georgische Konflikt um Südossetien im August 2008 war auch ein Krieg der Propaganda-Kompanien. Die beiden Dokumentationen des ARTE-Themenabends suchen nach der Wahrheit - nach den Schuldigen dieses Krieges und den wahren Gründen dafür, diesen Krieg überhaupt zu führen.

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Krieg und Frieden im Kaukasus: So viele Lügen in so wenigen Tagen. Der russisch-georgische Konflikt um Südossetien im August 2008 war auch ein Krieg der Propaganda-Kompanien. Der ARTE-Themenabend sucht in zwei Dokumentationen nach der Wahrheit. Er sucht nach den Schuldigen dieser bewaffneten Auseinandersetzung und nach den wahren Gründen dafür, diesen Krieg überhaupt zu führen. Zum einen schildern Zeitzeugen - einflussreiche Politiker und Diplomaten ebenso wie georgische Bürger von der Straße - ihre Sicht des Konfliktes. Auf der anderen Seite stehen die Medienmaschinerien der Konfliktparteien, die dem jeweiligen Gegner die Schuld am Krieg zusprechen und die Unschuld der eigenen Seite beteuern.

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Georgien: Europa verzweifelt gesucht: Der Konflikt mit dem großen Nachbarn Russland: Gründe für die Auseinandersetzungen und Folgen des Krieges für die Georgier

An der Nahtstelle Europas zu Asien liegt Georgien. Das nur rund fünf Millionen Einwohner zählende Land geriet im Jahr 2008 in einen bewaffneten Konflikt mit dem großen Nachbarn Russland. Die Dokumentation schildert die Gründe für die Auseinandersetzungen und die Folgen des Krieges für die Georgier.

Das empfindliche Gleichgewicht der Welt beschreibt die als politische Fabel angelegte Dokumentation um den Konflikt des kleinen Kaukasusstaates Georgien mit seinem großen Nachbarn Russland. Und sie untersucht gleichzeitig die Leitwerte internationaler Beziehungen. Am Beispiel Georgiens werden wesentliche Fragen der politischen Ethik und der weltweiten politischen Verantwortung behandelt.
Im Mittelpunkt steht Georgiens Schicksalsjahr 2008, als das Land im Kaukasus für kurze Zeit und auf tragische Weise in den Fokus der Weltnachrichten rückte. Damals hatten sich die Georgier bei den Wahlen im Januar große Hoffnungen auf positive Veränderungen gemacht, wurden jedoch nach dem Krieg mit Russland im August und der Rückkehr zum Status quo schwer enttäuscht.
Wichtige Zeitzeugen des Konfliktes, wie der georgische Präsident, seine Minister, Oppositionsführer, ausländische Staatschefs und Diplomaten der internationalen Vertretungen sowie natürlich Georgier von der Straße, geben Auskunft über das Geschehen selbst wie dessen Auswirkungen auf das politische und ihr persönliches Leben.

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Propagandanebel. Die Wahrheit und der Krieg um Südossetien

Dienstag, 3. August 2010 um 23.05 Uhr
Wiederholungen:
05.08.2010 um 11:00
Propagandanebel
(Deutschland, Russland, Georgien, 2009, 60mn)
ZDF
Regie: Stephan Kühnrich

Die gewaltsame Auseinandersetzung zwischen Georgien und Russland um Südossetien im Sommer 2008 währte nur wenige Tage. Doch die Propagandaschlacht um den Konflikt ist bis heute nicht beendet. Die Dokumentation blickt in Moskau, Tiflis, Zchinwali und Brüssel hinter die Kulissen der kaukasischen Medienauseinandersetzung. Während die einfachen Leute über ihr bedrückendes Schicksal berichten, wird deutlich, dass damals im Fernsehen ein anderer Krieg gezeigt wurde, als der, den sie erlebten.

Der Pulverdampf hat sich verzogen aus den Tälern Südossetiens. Aber noch immer wabert der Propagandanebel des Krieges durch die Redaktionsstuben der Weltpresse. "Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit." Der Spruch war selten so zutreffend wie im georgisch-russischen Konflikt um Südossetien im August 2008. Der Krieg dauerte nur wenige Tage, der Kampf um die Sympathie der Weltöffentlichkeit hält dagegen bis heute an. Dabei sind PR-Kampagnen international operierender Agenturen zu entscheidenden Waffen geworden.
Die Dokumentation untersucht die Kriegsversionen der Konfliktparteien und ihre Propagandaapparate. Der Befund ist für beide Seiten wenig schmeichelhaft. Während Tiflis weiter an seiner längst widerlegten Unschuldsversion festhält, nährt Moskau mit geheimnistuerischer Informationspolitik Zweifel an allen offiziellen Verlautbarungen.
In scharfem Kontrast zur kalten Welt der Medienpolitik stehen die Bilder von den Kriegsopfern im südossetischen Zchinwali und den Flüchtlingen im georgischen Gori. Wer sind eigentlich die Osseten, um deren einst autonomes Gebiet es bei dem gewaltsamen Konflikt ging, und welche Rolle spielten die dort lebenden Georgier? In der geopolitischen Debatte hat das damals niemanden interessiert. Ein Lokaljournalist aus Gori bringt es sarkastisch auf den Punkt: "Politiker betreiben ihre Politik und das Volk bleibt als Opfer zurück."
Der ossetische Medienwissenschaftler Ruslan Bekurow und der aus Südossetien vertriebene Georgier Nodar Kochischwili äußern sich differenzierter als die Regierenden in Tiflis und Moskau. Beide bestreiten, dass es Gewinner und Verlierer in der Medienschlacht gibt. Sie sind der Meinung, dass alle nur verloren haben: natürlich in erster Linie die Menschen und die Opfer in diesem Krieg - aber auch die Zuschauer, Leser und Hörer.

Quelle:
www.arte.tv